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Unperfekt ist das neue Perfekt


17. Mai 2017   Karin Lakics

There is a crack in everything that’s how the light gets in

Dieser geniale Ausspruch stammt von dem für mich unendlich wunderbaren Leonhard Cohen. Von mir frei übersetzt: Unperfekt ist das neue Perfekt!

 

 

 

 

 

 

Die innere Kritikerin oder der innere Kritiker

Jeden Morgen hat man die Möglichkeit den Tag mit sich kritisch oder vertrauensvoll zu beginnen. Man wacht auf und steht vor der Entscheidung: Lasse ich mich von meiner inneren Stimme stressen oder nicht. Ich kann mich von ihr antreiben oder mit ihr treiben lassen. In diesem Zusammenhang meine ich ‚treiben lassen‘ als ein bewusstes in-sich-hineinspüren. Dabei treffe ich auch, meiner Meinung nach, bewusst die Entscheidung, wie ich den inneren Kritiker wahrnehme und wieviel Raum ich ihm gebe. Durch dieses sich ’seiner selbst‘ bewußt werdend nimmt man den Kritiker zwar wahr doch nicht mehr so ernst. Ich nehme dann mein Inneres als ruhigen Fluss wahr. Somit beginnt mein Tag innerlich ruhig und geerdet.

Diese ‚Übung‘ mache ich immer im Bett beim Aufwachen, da ich kein ‚Augen auf und aus dem Bett gehüpft-Typ‘ bin, wenn Sie wissen was ich meine 😉 Andere wiederum haben ihre ganz persönlichen ‚Aufstehrituale‘. Dazu kombiniere ich die erste ‚Pilatesübung‘ des Tages: gut und bewusst strecken. Und auch, wenn das Ganze nur eine Minute dauern kann/darf: besser eine Minute als keine.
Das ist wie beim ‚Pilatieren‘ – (die Autokorrektur schreibt: pilotieren – wie passend 🙂 da ist, meiner Meinung nach, weniger mehr!) Lieber eine Pilatesübung bewusst ausgeführt als fünf unbedacht runtergewurschtelt. Quasi, puh erledigt – next please . . . das kennen wir doch alle, oder?

Die innere Sprache

Der innere Antreiber sagt so Sätze wie: ‚Du wolltest doch früher aufstehen‘, ‚Du kommst schon wieder nicht aus dem Bett‘, ‚Du musst noch dies und Du musst noch das . . . als würde uns immer noch ein Familienmitglied im Nacken sitzen, das uns das Leben erklärt. Alleine durch das Wort ‚müssen‘ blockiert schon der eigene innere Fluss.

Die entspannte Stimme auf meinem inneren Fluss treibend meint: ‚Alles ist gut so wie es ist‘, ‚Alles darf sein aus deiner bewussten Entscheidung heraus‘, ‚Genieße dich und den Tag‘ . . . das spürt sich schon beim Schreiben ganz anders an 😉

Dieser liebevolle Umgang mit sich selbst ist auch gut ‚übbar‘ beim ‚Pilatieren‘. Ich bin das beste Beispiel dafür, ich war – und bin es teilweise immer noch – ein so genannter ‚Tüpflischießer‘  wie die Schweizer sagen – und da kommt nun das Unperfekte ins Spiel. The crack in everything . . . In meinem früheren Perfektionswahn habe ich mich selbst nicht mehr wahrgenommen. Ich war ein reiner Erfüller ohne eigene Bedürfnisse. Dass das auf Dauer nicht gesund und ausgleichend sein kann, ist klar.

Natürlich ist es wichtig, eine Pilatesübung korrekt auszuführen, doch das resultiert für mich aus dem bewussten in-sich-hineinspüren. Schließlich machen wir sie für uns und nicht für die anderen. So wäre es zumindest angedacht 😉

In diesem Sinne wünsche ich Euch viele erbauliche, wunderbare und glückliche Erlebnisse mit Euch selbst. Beim Beobachten des eigenen Perfektionismus, beim Zulassen des Unperfekten und beim Entdecken des Wunders, ganz bei sich zu sein – in tiefer Ruhe und Gelassenheit.

Ich freue mich über Feedback und E-Mail von Euch.
Eure Karin Lakics alias Wunderwoman 😉